Musikverein Unterriexingen e.V.
Jugendkapelle
Adventskonzert
05. Dezember 2004
18 Uhr
Evangelische Kirche, Unterriexingen
Programm:
- Have Yourself A Merry Little Christmas
Hugh Martin and Ralph Blane, arr. Victor Lopez
- Peer Gynt Suite Nr. 1
Edvard Grieg, arr. James Curnow
- Highlights From Harry Potter
John Williams, arr. Michael Story
- Hark! The Herald Angels Sing
Felix Mendelssohn-Bartholdy, arr. Peter Kopp
Hugh Martin and Ralph Blane, arr. Victor Lopez
Edvard Grieg, arr. James Curnow
John Williams, arr. Michael Story
Felix Mendelssohn-Bartholdy, arr. Peter Kopp
Have Yourself A Merry Little Christmas
Hugh Martin, Ralph Blane, arr. Victor Lopez
Dieses Lied ist vermutlich eines der traurigsten Weihnachtslieder,
handelt der Text doch von der Hoffnung, auf eine bessere Zeit
und ein glücklicheres Weihnachten nächtes Jahr.
Geschrieben im Jahre 1943, zum Zeitpunkt des Kriegseintrittes
der USA in den zweiten Weltkrieg, von Hugh Martin und Ralph Blane
für den Musical-Film "Meet Me In St. Louis", der ein Jahr später erschien.
Im Film wurde es gesungen von Judy Garland, die den Original-Text
zu traurig fand wehalb er leicht verändern wurde, was auf eine gewisse Weise
ironisch ist, da Judy Garland selbst an Depressionen litt.
Peer Gynt Suite no. 1
Edvard Grieg, arr. James Curnow
1867 schrieb Henrik Ibsen das dramatische Gedicht "Peer Gynt",
ein aussergewöhnliches Werk in Versform. Teils schelmenhaftes Volksmärchen,
teils philosohische Meditation, teils Satire und teils Komödie.
Ursprünglich ohne jeden Gedanken an eine Theateraufführung geschrieben,
arbeitete Ibsen einige Jahre später an einer Bühneninszenierung des
dafür geradezu prädestinierten Dramas.
Edvard Grieg wurde 1843 im norwegischen Bergen geboren und, bis auf einige
Reisen als Gast-Dirigent und Solist, lebte dort bis zu seinem Tod im Jahre 1907.
1874 erhielt Grieg, der bereits im Alter von 30 Jahren der führende Komponist Norwegens war,
vom Schriftsteller Hendrik Ibsen den Auftrag, die Musik zu dem Drama Peer Gynt zu komponieren.
Das gesamte Bühnenwerk umfaßt inklusive der Ouvertüre insgesamt 26 (!) einzelne Teile,
aus denen Grieg später dann acht Stücke ausgewählt und daraus zwei Orchestersuiten
zusammengestellt hat.
Heute Abend hören Sie ein Arrangement der ersten Suite, die aus vier Sätzen besteht,
und einige Passagen der Weltreise des Bauernsohns Peer Gynt beschreibt:
Die „Morgenstimmung" ist ein typisch nordisches, pastorales Thema,
und läßt uns einen skandinavischen Sonnenaufgang erleben, dessen Höhepunkt durch die
immer vollere Instrumentierung erreicht wird.
In „Aases Tod" geht es darum, daß Peer seiner Mutter Aase dank seiner
kindlichen Phantasie die Angst vor ihrem nahenden Tod nimmt,
und sie dadurch in Frieden sterben kann. Er erinnert sie an seine Kindheit,
als sie vor dem Zubettgehen mit ihm Schlittenfahren gespielt hat
und läßt sie sich vorstellen, daß sie nun in den Himmel führe.
„Anitra’s Tanz" spielt in der Wüste, wo das arabische Mädchen Anitra, die Tochter
eines Beduinenfürsten, für Peer tanzt.
Obwohl Peer erkennt, daß ihre Schönheit nur oberflächlich ist, erliegt er dieser
Versuchung und entführt sie.
Allerdings werden Sie keine arabische Musik hören sondern eine polnische Mazurka,
die auch Phrasen aus dem Wiener Walzer und ein Thema nordischen Charakters enthält.
Zwar ist Peer, wie man daran sehen kann, gelegentlich charakterschwach,
beweist aber in extremen Situationen auch Mut und Standhaftigkeit.
So beispielsweise „In der Halle des Bergkönigs", als im norwegischen Hochland
der Fürst der Trolle ihn mit seiner Tochter verheiraten möchte.
Doch Peer weigert sich, und wird von den Trollen überwältigt.
Seine Rettung ist der Klang einer Kirchenglocke, vor dem die Trolle flüchten,
und der die Halle einstürzen läßt. Das charakteristische Thema, mit dem Peers
grauenvolle Flucht aus den königlichen Hallen dargestellt wird,
erklingt erst sehr schwerfällig im Baßregister und wird zum Schluß hin immer schneller und beweglicher.
Highlights From Harry Potter
John Williams, arr. Michael Story
(n/a)
Hark! The Herald Angels Sing
Felix Mendelssohn-Bartholdy, arr. Peter Kopp
Die Musik ist von Felix Mendelssohn (1809-1847)
und stammt aus dem zeiten Chor seiner Kantate "Festgesang",
die er 1840 im Alter von 31 Jahren anlässlich der Feierlichkeiten
zum 400-jährigen Jubiläum der Erfindung
der Buchdruckkunst in Leipzig als Auftragsarbeit komponierte.
Aufgeführt wurde sie im Juni 1840 mit einem
200 Mann starkem Chor und grossem Orchester zur
Enthüllung einer Skulptur von
Johannes Gutenberg auf dem Leipziger Marktplatz.
(der originale Text lautete: "Vaterland, in Deinen Gauen ...").
Der englische Text wurde bereits 1739 von Charles Wesley
(der Bruder von John Wesley, dem Gründer der methodistischen Kirche)
geschrieben und (wurde), leicht verändert, zu verschiedenen Melodien gesungen.
1855 schliesslich, fast einem Jahrzent nach dem Tode
Mendelssohns, führte der Engländer William H. Cummings
die Musik und den Text zusammen und schuf damit, ohne
eigentlich selbst etwas geleistet zu haben, einen
der bekanntesten Weihnachtschoräle bis zur heutigen Zeit.
Ein Vorgehen allerdings, mit dem weder Komponist noch Texter einverstanden
gewesen wären, denn Wesley verlangte damals für seinen Text eine
langsame und würdevolle Musik, während Mendelssohn für seine
kraftvolle und überschwengliche Kantate eine rein säkuläre
Verwendung verfügte.